Stadtrundgang

Orte der Arbeit - Heiterblick

Kurzbeschreibung

Der Stadtrundgang „Orte der Arbeit“  beschäftigt sich aus sozial-räumlicher Perspektive mit dem Thema Arbeit. In einem explorativen Stadtrundgang durch das Leipziger Viertel Heiterblick erkunden Teilnehmende wie und wo Menschen arbeiten oder gearbeitet haben und sind dazu eingeladen von eigenen Erfahrungen zu berichten.

Inhalt und Methodik

Im industriell geprägten Heiterblick werfen wir einen Blick auf verschiedene Arbeitsorte und Arbeitsverhältnisse, historisch wie aktuell, – zwischen Chancen und Ungleichheiten, Handwerk und Wissenschaft, Dienstleistung und industrieller Produktion. Neben historischen und gegenwärtigen Auseinandersetzungen was Arbeit bedeuten kann, geht es um eine persönliche Reflexion der Bedeutung von Arbeit fürs eigene Leben. Mit Hilfe von interaktiven Methoden nehmen wir den städtischen Raum wahr und diskutieren eigene Gedanken und Erfahrungen. Um Arbeitskontexte konkret erfahrbar werden zu lassen, arbeiten wir mit Hörbeiträgen und Erfahrungsberichten. Auf diese Weise werden unterschiedliche Erlebnisse und Blickwinkel sichtbar, die zum Perspektivwechsel anregen sollen. Ziel  des Stadtrundgangs ist es die Vielfalt von Arbeit aufzugreifen, blinde Flecken zu beleuchten und unterschiedliche Spannungsfelder sowie aktuelle Entwicklungstendenzen aufzuzeigen und kritisch zu diskutieren.

Zielgruppenspezifik

Der Stadtrundgang richtet sich einerseits an die lokale Stadtbevölkerung, insbesondere aus den umliegenden Ortsteilen und regt zu einer Außeinandersetzung mit lokalen Gegebenheiten und der Rolle von Arbeit im eigenen Leben an. Außerdem bietet er Berufsschüler:innen die Möglichkeit im Rahmen ihres schulischen Lernprozesses direkt an Orten der Arbeit zu lernen und zu diskutieren. Wir freuen uns auch über Anfragen anderer Gruppen, Vereine, Betriebe et cetera! 

Etwa  3h (variabel)
10 - 40 Personen
Wenn vorhanden, bitte Kopfhörer und Smartphones zum Rundgang mitbringen. Optional kann das Seminar "Schieflagen in der Arbeitswelt" an den Rundgang anschließen.

Bericht unserer Rundgänge 2025

Arbeitsbilder. Arbeitsorte. Arbeitskämpfe.
Außerschulisches Bildungsprojekt des Bildungskollektiv AnEcken e.V. mit Leipziger Berufsschüler*innen

Dank erneuter Förderung durch die Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt konnten auch in diesem Jahr vier interaktive Stadtrundgänge mit Leipziger Berufsschüler*innen durchgeführt werden. Von Mai bis September nahmen rund 60 Auszubildende verschiedener Berufsfelder an dem außerschulischen Bildungsangebot teil und erkundeten den Stadtteil Heiterblick – ein Ort, der als Industrie- und Arbeitsstandort viele Geschichten über lokale und globale Arbeitsverhältnisse erzählt.

Wie schon im Vorjahr standen auch 2025 Fragen im Mittelpunkt, die gesellschaftliche Wertschätzung verschiedener Arbeitsverhältnisse sichtbar und diskutierbar machen. Neben der bereits bestehenden Stationen zu den Themen Arbeit und gesellschaftliche Wertschätzung, Arbeitskämpfe, Arbeit als Handwerk früher und heute, Arbeit als Zwang und Arbeit als (des)integration in Gesellschaft haben wir in diesem Jahr zwei neue inhaltliche Schwerpunkte in den Rundgang integriert:

Vertragsarbeit in der DDR – eine Station, die historische Arbeitsmigration, Machtverhältnisse und die politischen Rahmenbedingungen dieser speziellen ostdeutschen Arbeitswelt sichtbar macht.

Care-Arbeit – ein Thema, das die oft unsichtbare, aber zentrale Rolle von Sorgearbeit beleuchtet und zur Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen, gesellschaftlicher Anerkennung und moderner Arbeitsorganisation anregt.

Über Hörbeiträge, Interviews, interaktive Methoden und räumliche Eindrücke vor Ort setzten sich die Schüler*innen kritisch mit historischen und aktuellen Arbeitsverhältnissen auseinander. In den etwa drei Stunden boten sich zahlreiche Gelegenheiten, konkrete Fragen zu stellen: Welche Rechte habe ich an meinem Arbeitsplatz? Welche Rolle spielen Gewerkschaften in Auseinandersetzungen um faire Arbeitsbedingungen? Wie beeinflussen gesellschaftliche Normen und politische Entscheidungen, welche Arbeit sichtbar, bezahlt oder anerkannt wird?

Die Rückmeldungen der Berufsschüler*innen und Lehrkräfte fielen erneut sehr positiv aus. Besonders geschätzt wurden die abwechslungsreichen Methoden, der Lernort außerhalb der Schule und die Möglichkeit, eigene Perspektiven und Erfahrungen einzubringen. Gleichzeitig haben wir wertvolle Anregungen zur Weiterentwicklung des Angebots erhalten, die wir in weiteren Rundgängen beachten möchten.

Auch im kommenden Jahr möchten wir Berufsschüler*innen neue Zugänge zu Orten der Arbeit eröffnen. Wir planen daher erneut Rundgänge im Zeitraum von Mai bis Oktober 2026 anzubieten. Schulen und Interessierte können sich jederzeit unter kontakt@bildungskollektiv-anecken.de melden. Neben durch Fördermittel finanzierten Angeboten sind die Rundgänge weiterhin auch gegen direkte Honorarzahlungen buchbar.

Wir freuen uns auf viele weitere gemeinsame Expeditionen in die vielfältige Welt der Arbeit.

Bericht unserer Rundgänge 2024

 Arbeitsbilder. Arbeitsorte. Arbeitskämpfe.

Außerschulisches Bildungsprojekt des Bildungskollektiv AnEcken e.V. mit Leipziger Berufsschüler*innen

In Kooperation mit der Rosa-Luxemburg Stiftung und mit Hilfe der finanziellen Förderung der Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt konnten von August bis September drei Stadtrundgänge mit etwa 40 Berufsschüler*innen aus Leipzig stattfinden. Anhand von Hörbeiträgen aus unterschiedlichen Arbeitsrealitäten, interaktiven Methoden und den räumlichen Eindrücken vor Ort erkundeten Berufsschüler*innen verschiedener Branchen den ihnen weitgehend unbekannten Stadtteil Heiterblick.

Im Fokus des Projekts steht dabei abstrakte Fragen wie die gesellschaftliche Wertschätzung verschiedener Berufsgruppen sichtbar und damit auch diskutierbar zu machen. So beschäftigten sich die Schüler*innen am Kaufland in Heiterblick mit der Frage warum gerade Dienstleistungsberufe im Einzelhandel gesellschaftlich stigmatisiert werden und erst während der Covid-19 Pandemie als „Systemrelevant“ anerkannt wurden und an Sichtbarkeit gewannen. In den 3 Stunden wurden aber auch ganz praktische Fragen gestellt, beispielsweise welche Rechte habe ich an meinem Arbeitsplatz, wozu organisieren sich Arbeiter*innen in einer Gewerkschaft und warum fährt meine Straßenbahn zur Schule nicht am Streiktag.

Neben positivem Feedback zur abwechslungsreichen Gestaltung des außerschulischen Lernorts, wurden viele Anregungen und Rückmeldungen zur Erweiterung des Stadtrundgangs aufgenommen. Jetzt freuen wir uns als Bildungskollektiv auch im kommenden Jahr mit Berufsschüler*innen neue Blickwinkel auf Orte der Arbeit zu entdecken. Dabei wollen wir auch 2025 zwischen April und September Stadtrundgängen anbieten, meldet euch bei Interesse also gern per E-Mail unter: Kontakt@bildungskollektiv-anecken.de.

Neben den durch Fördermittelgebende finanzierten Rundgängen sind diese jederzeit gegen direkte Honorarzahlungen durchführbar. Zur groben Einordnung, die Honorare bewegen sich je nach Kontext zwischen 400 – 800 €.  Wir freuen uns von euch zu hören und auf weitere Expeditionen in die Welt der Arbeit.

Wir freuen uns darauf Sie und euch kennenzulernen! 

 

Eindrücke unserer öffentlichen Rundgänge 2022